17. Januar. 2017

Pfatterer Angler wählten neuen Chef

 

 

Herbert Biederer übernahm das Amt von seinem Bruder. Mitglieder trafen knappe Entscheidung für den Einsatz von Futterbooten.

PFATTER. Nach sechs Jahren an der Spitze der Anglerfreunde Pfatter hat Hans Biederer den Vorsitz abgegeben an seinen Bruder Herbert. Die Angler führten bei der Jahresversammlung eine rege Diskussion darüber, ob künftig Futterboote in den Vereinsgewässern verwendet werden dürfen.

Vorab informierte Kassenwart Manfred Roman über den Mitgliederzuwachs von 136 auf 148. Gespannt lauschten die Mitglieder dem Zahlenwerk von Gewässerwart Josef Buchhauser. Verteilt auf die Vereinsgewässer wurden mehr als 1200 Kilogramm Fische gesetzt. Neben 326 Kilogramm Karpfen gingen den Anglern Zander, Schleie, Barsch, Aal, Barben oder Waller sowie 143 Kilogramm Hecht und 65 Kilogramm Forellen an den Haken.

Fast alle Fanglisten abgegeben

Sehr zufrieden zeigte sich Buchhauser auch über die Beteiligung bei den Arbeitseinsätzen zur Pflege der Gewässer und bei der Rückgabe der Fanglisten. „Diese kamen fast zu 100 Prozent zurück“, dankte der Gewässerwart den Aktiven. „Nur so können wir auch den Neubesatz richtig berechnen“, fügte Vorsitzender Hans Biederer an.

In seinem Rückblick dankte der Vorsitzende seinen Mitgliedern für deren engagierte Beteiligung am Auf- und Abbau sowie bei der Bewirtung des zweitägigen Fischerfestes. „Unsere Gäste, die aus dem gesamten Landkreis gekommen waren, waren begeistert von unseren Fischspezialitäten“, erinnerte Hans Biederer und fuhr fort: „Mit den im Frühjahr neu gekauften Vereinsjacken haben wir uns beim großen Jubiläumsfest der Hubertusschützen hervorragend präsentiert. Ich erhielt viel Zuspruch, den ich an dieser Stelle weitergeben möchte.“

„Da immer wieder Beschwerden wegen der Verwendung von Futterbooten kämen, möchte ich heute über deren Weiterverwendung abstimmen“, erklärte Hans Biederer den anstehenden Tagesordnungspunkt. Bevor er die Diskussionsrunde eröffnete, zeigte er sowohl die Vorteile als auch die Nachteile dieser GPS-ferngesteuerten High-Tech-Boote auf, deren Verwendung vom Gesetzgeber nicht verboten ist. Mit diesen Booten lassen sich Anglerstellen weit außerhalb der Wurfweiten anfahren. An Anglerplätzen, an denen das Auswerfen mit der Angel nicht oder nur erschwert möglich ist, leisten diese Boote wertvolle Dienste. Außerdem wird die Fangwahrscheinlichkeit erhöht durch das GPS-genaue Anfüttern. Viele Rutenangler beklagen jedoch, dass durch das Anfüttern außerhalb deren Wurfweite die Fische von der Ufernähe weggezogen werden. Nicht ohne Probleme ist das extreme Anfüttern. „Dies kann den Algenwuchs in den Gewässern steigern“, mahnte Biederer.

Jens Katzer meinte, dass lediglich zwei Mitglieder im Verein ein Futterboot einsetzen. Er vertrat die Meinung, dass mittels dieser Boote nicht zu viel angefüttert werde. Klaus Weigl sprach sich dagegen aus. Patrik Wolf sagte, dass er früher auch am Ufer seine Karpfen gefangen habe und monierte: „Mit Maden oder Würmern fängst du aber durch das ständige Anfüttern mit den Boilies fast nichts mehr.“

Die Fangchancen steigen

Auf die Frage, wie viele Boote es im Verein tatsächlich gibt, erklärte Sebastian Leonhardt, dass auch er Besitzer eines solchen Boots sei. „Die Fangchancen steigen natürlich. Aber wenn diese Boote nicht missbraucht und rücksichtsvoll eingesetzt werden, dürfte nichts gegen deren Nutzung stehen“, argumentierte er. Bei mehreren Stimmenthaltungen sprachen sich bei der Abstimmung schließlich 16 Mitglieder für und 14 gegen die Verwendung von Futterbooten aus.

Bürgermeister Jürgen Koch bedankte sich, dass sich der gemeindeeigene Gmünder Weiher, der seit einem Jahr vom Verein gepachtet ist, nun in einem vorbildlichen Zustand befinde. Dank guter Vorbereitung gingen die vom Bürgermeister durchgeführten Neuwahlen reibungslos über die Bühne. Nach 24 Jahren als stellvertretender Vorsitzender übernimmt Herbert Biederer den Vorsitz. Als sein Stellvertreter wurde Manfred Roman gewählt. Neuer Kassier ist Wolfgang Fuchs. Das Amt des Schriftführers übernimmt Helmut Fischer.

Als gemeinnützig anerkannt

In den zwei Amtsperioden von Vorsitzendem Hans Biederer wurde neben der Einführung einer Gewässerordnung und der Fertigung einer Vereins-Chronik eine komplett neue Vereinssatzung erarbeitet. Diese ermöglichte es, dass der Verein im letzten Jahr die Gemeinnützigkeit zugesprochen bekam.


10. August. 2015

Anglerfreunde dürfen Weiher nutzen

 Verein pachtet 6000 Quadratmeter großes Grundstück mit See von der Gemeinde. Das Gelände soll der Jugendarbeit   zugute kommen.

Pfatter. Die Anglerfreunde legen sehr viel Wert auf ihre starke und ständig wachsende Jugendgruppe. „Unsere Jugend soll frühzeitig das Verhalten in der Natur und den Umgang mit Pflanzen und Tieren lernen“, erklärt Vorsitzender Hans Biederer. So soll es gelingen, neben der Leidenschaft des Angelns auch die Achtung vor der Natur zu vermitteln. „Denn nur so werden unsere Jugendlichen Natur-, Tier- und Umweltschützer“, betont Biederer.

Mit Vorfreude blicken die Anglerfreunde deshalb auf ihr neues Projekt, das speziell für die Jugendarbeit vorgesehen ist. Zum 1. November erhalten sie das lange gewünschte Gewässergrundstück am ‚Gmünder Hölzl’ von der Gemeinde Pfatter zur Pacht. „Wir wollen den Heranwachsenden nahebringen, dass Angeln mehr ist als nur Fische aus dem Wasser ziehen“, erklärt der Angler-Chef. Darum war der Verein seit einiger Zeit auf der Suche nach einem kleinen Weiher, der speziell für die Jugendarbeit genutzt werden kann. Jetzt konnten die Angler ein etwa 6000 Quadratmeter großes Grundstück und einen kleinen Kiesweiher von der Gemeinde pachten. „Das ideale Objekt“, freut sich Biederer. Angedacht ist, mit dem Angler-Nachwuchs das Grundstück zu pflegen und dabei den Jugendlichen die Achtung vor der Natur zu vermitteln. „Vorher müssen wir Erwachsene aber noch Hand anlegen, um es so weit vorzubereiten, dass es genutzt werden kann“, sagt der Vorsitzende.

Auch Bürgermeister Jürgen Koch ist froh, dass das Gewässer jetzt sinnvoll genutzt werden kann. Derzeit liegt das Grundstück brach und verwildert. Abgebrochene Äste und Bäume liegen im Wasser, außerdem wird auf dem Grundstück immer wieder Unrat abgelagert. Bevor sie sich an die Arbeit machten, suchten die Angler aber noch den Kontakt mit der Naturschutzbehörde. Bei diesem Vorortgespräch mit Georg Eichinger vom Sachgebiet Landschaftsschutz und Wasserwirtschaft im Landratsamt erklärte der Fachmann, dass das Grundstück seit 1990 in der Biotopkatierung mit stehendem Gehölzbewuchs aufgelistet sei. „Der kleine Weiher mit seinem Ufergehölzsaum ist ein idealer Übergang des dahinterliegenden Wäldchens zur freien Feldflur“, erläuterte Eichinger. Neben Niederwild beheimate es auch Eidechsen, Kröten, Molche und Frösche.

„Da das Gewässer im nächsten Jahr zum Angeln genutzt werden soll, müssen wir jedoch ein paar Stellen schaffen, an denen Zugang zum Wasser haben. Im derzeitigen Zustand wäre es für uns nicht nutzbar“, stellte der stellvertretende Vorsitzende Herbert Biederer in dem Gespräch klar. Dem steht nach Auskunft von Eichinger nichts im Weg. Er schlug vor, von außen direkte Zugänge zu schaffen. „Ein Ausholzen um den gesamten Uferbereich, ist aber im Sinne des Naturschutzesnicht möglich “, stellte er klar. FürEichinger ist es besonders wichtig, vor allem im Außenbereich den alten Baumbestand sowie das Dickicht zu belassen, um für die Tiere und Vögel einen Rückzugsbereich zu erhalten.

Die Anglerfreunde planen, neben den erlaubten Anglerplätzen im südwestlichen Teil des Grundstücks, der windgeschützt ist, eine kleine Wiese zu schaffen, auf der etwa ein Zeltlager stattfinden kann. Begonnen werden darf mit den Arbeiten aber erst zum Pachtbeginn im November. Mit Beginn der Brutzeit müssen die Pflegemaßnahmen bereits eingestellt sein. Die beiden Jugendwarte des Vereins, Andreas Gütlhuber und Christian Hecht, stehen schon bereit, um den Junganglern neue Anreize und Aspekte zu bieten.